Organisatorische Zusammenlegung
Qualitätsschule
für Haupt- und Realschüler in Dinklage
Zusammenlegung der Haupt- und Realschule ein Schritt in die richtige Richtung
Die Weiterentwicklung der Haupt- und Realschule zu einer profilierten Regionalschule als attraktive Alternative zum Gymnasium hat die CDU verhindert. Hier wird wieder einmal eine schulpolitische Entwicklung verschlafen. „Wir wollen das nicht entscheiden und unsere Wähler vergraulen“, so die Aussagen der CDU hinter vorgehaltener Hand. Verantwortungsvolle Politik sieht aus unserer Sicht anders aus.
Die Schülerschaft und die Anforderungen an Schülerinnen und Schüler verändern sich jedoch kontinuierlich. Aus diesem Grunde ist es nachvollziehbar und auch notwendig, dass sich das System Schule diesen Veränderungen anpasst. Zurzeit gibt es im Bereich der Haupt- und Realschule drei verschiedene Organisationsformen:die getrennten Schulformen,die organisatorisch zusammengelegten Haupt- und Realschulen mit parallelen Schulzweigen und eigenständigen Schulabschlüssen,die integrierenden Systeme nach dem Beispiel Bakum (zurzeit als Einzelerlass geregelt).
Niedersachsenweit sind 177 von 484 Hautschulen eigenständig, 65 % aller Hautschulen arbeiten mit anderen Schulformen zusammen. Bei den Realschulen sind es 53 %. Im Landkreis Vechta gibt es getrennte Haupt- und Realschulen an den drei Schulstandorten Lohne, Damme und Dinklage, wobei die Schulen in Damme und Lohne räumlich getrennt sind. Acht Schulen haben die organisatorische Zusammenlegung gewählt, wobei Bakum und Holdorf sogar zum integrierenden System übergehen. Nach diesem System unterrichten auch seit dem Schuljahr 2008 alle Haupt- und Realschulen in kirchlicher Trägerschaft (so z.B. die Ludgerusschule Vechta). An diesen Schulen erfolgte dieser Schritt nicht aufgrund geringer Schülerzahlen. Im Gegenteil - diese Schulen erfreuen sich größter Beliebtheit.
Aber nicht die Wahl einer bestimmten Organisationsform macht die Qualität einer Schule aus, sondern die pädagogische inhaltliche Arbeit. Kein System an sich ist besser als ein anderes, es sei denn, schulideologische Scheuklappen versperren die Sicht. Organisatorisch zusammengelegte und im Besonderen integrativ arbeitende Schulen gehen davon aus, dass Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulzweigen in bestimmten Bereichen erfolgreich miteinander lernen können. Diese Grundannahme, dass Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Fächern losgelöst von der Schulform unterschiedliche Leistungen erbringen (können), ist positiv. Dieses zu fördern und auszubauen sollte Ziel der Schule sein, denn auch in der Berufsausbildung werden unterschiedliche Anforderungen gestellt, die nicht immer einer Schulform zugeordnet werden können.
„Wir müssen über die vermehrte Kooperation zwischen Haupt- und Realschulen reden“, sagt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulf (OV vom 7.01.09). Der Ministerpräsident ist unverdächtig einer Einheitsschule das Wort reden zu wollen. Unterstützt wird er vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund und vom Lehrerverband VBE. Der frühere Kreisvorsitzende Meyer forderte in der OV vom 29.12.08, den verstärkten Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen zu profilierten Regionalschulen, um ein gleichwertiges, konkurrenzfähiges und attraktives Gegenangebot zum Gymnasium zu schaffen."
In Dinklage an zwei eigenständigen Schulen festhalten zu wollen, bedeutet in ein paar Jahren einer schulischen Entwicklung hinterher laufen zu müssen. Wir sollten jetzt den Schritt wagen, sich dieser Entwicklung zu stellen und eine Qualitätsschule für alle Haupt- und Realschüler schaffen. Dafür ist es unerheblich, ob es Bewerber für die Schulleiterstelle der Hauptschule gibt. Der Zusammenschluss zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt auf der Basis gleichberechtigter Partner. In dieser Organisationsform hat auch ein einzügiger Hautschulzweig auf Dauer seine Berechtigung.
Nicht das System ist entscheidend, sondern die pädagogische Arbeit der in der Schule tätigen Lehrerinnen und Lehrer. Und die Schulen, vertreten durch die Schulleiter, haben den Antrag auf organisatorische Zusammenlegung gestellt.
Bedenken einiger Eltern, Lehrer und auch pensionierter Realschullehrer sollte man ernst nehmen und im Prozess der Zusammenlegung berücksichtigen. Genau dieses hat der Schulleiter der Realschule immer zugesichert. Die schulpolitische Entwicklung hin zu mehr Zusammenarbeit wird sich aber nicht aufhalten lassen.
Die beiden Schulen arbeiten schon eng zusammen. Bei offizieller Zusammenlegung wird diese Zusammenarbeit vereinfacht. Ressourcen können effektiver genutzt werden, so brauchen Lehrerstunden nicht mehr über die Behörde abgeordnet, sondern können vom Schulleiter eingesetzt werden. Die Größe des Systems bleibt auch bei Zusammenlegung mit 600 Schülern übersichtlich. Was für ein Gymnasium Dinklage zu klein ist, kann für eine Haupt- und Realschule nicht zu groß sein.
Derzeit besuchen ca. 60% aller Schülerinnen und Schüler in Dinklage die Haupt- oder die Realschule. Diese verteilen sich mit rd. 16 % auf die Haupt- und mit rd. 44 % auf die Realschule. In Schülerzahlen ausgedrückt sind das rd. 180 insgesamt an der Haupt- und 380 an der Realschule.
Die Prognose für die Hauptschule sieht für das Schuljahr 2009/2010 in der 5. Klasse 26 Schülerinnen/Schüler in Dinklage. Erst ab 28 Schülerinnen/Schülern würden 2 Klassen eingerichtet. Das heißt, ab Schuljahr 2009/2010 wäre die Hauptschule einzügig und dürfte nach dem Nds. Schulgesetzt nicht mehr eigenständig geführt werden, sondern müsste ohnehin eine Kooperation mit anderen Haupt- oder Realschulen eingehen, oder sogenannte Kombiklassen (schuljahresübergreifender Unterricht in einer Schulform) ab Klassenstärken von 24 oder weniger bilden. Organisation, Unterrichtsversorgung und Ausbildungsqualität würden leiden. Um dem vorzubeugen böte sich bereits jetzt dringend die organisatorische Zusammenlegung beider Schulformen unter einer Schulleitung mit zwei voneinander getrennten Schulzweigen mit jeweils eigenständigem Konzept an.
Dinklager Schule
In der Stadt Dinklage gibt es neben den beiden Grundschulen Höner Mark und Kardinal-von-Galen-Schule als weiterführende Schulen im Sekundarbereich 1 die Hauptschule und die Realschule.
Beide Grundschulen sind als verlässliche Schulen organisiert. Zudem soll für Schülerinnen und Schüler beider Schulen durch den Verein Pro Jugend die Möglichkeit der Nachmittagsbetreuung und der Betreuung in den Ferien angeboten werden (siehe hierzu auch den Punkt Hort). Dieses Dinklager Modell hat Vorzeigecharakter und ist eine interessante Ergänzung des schulischen Angebotes.
Auch in den weiterführenden Schulen besteht ein Bedarf an Betreuung am Nachmittag, welcher auch über den Verein Pro Jugend abgedeckt wird. Zu einer Umgestaltung als Ganztagsschule, wie von der SPD-Fraktion befürwortet, konnten sich die Schulen aber noch nicht durchringen. Das Angebot der Nachmittagsbetreuung durch den Verein Pro Jugend kann aber bei Bedarf in eine Ganztagsschule überführt werden.
Die Ganztagsbetreuung an den Dinklager Schulen ist eine für die Bildung der Kinder und Jugendlichen notwendige, bedeutsame und zukunftsweisende Einrichtung, welche auch in Zukunft die volle Unterstützung der SPD-Fraktion hat. So wie im Jahre 2003, als das Projekt nach Willen der CDU schon vor dem Aus stand.
Die Schulstruktur wird sich im Sekundarbereich in Zukunft verändern. Die Tendenz hin zum Gymnasium und weg von der Hauptschule wird auch vor den Toren der Stadt Dinklage nicht Halt machen. In den letzten Jahren ist die Gymnasialquote in Dinklage deutlich über 40 Prozent angestiegen. Mit dem Wegfall der Orientierungsstufe wechselten weiterhin mehr Schülerinnen und Schüler auf die Realschule als auf die Hauptschule.
Auf diese Schulstrukturentwicklung sollte rechtzeitig und konsequent reagiert werden. Träger privater Schulen wie die Ludgerusschule in Vechta machen vor, wie integrierende Schulsysteme zukunftsorientiert entwickelt werden können.
Ein übergeordnetes Ziel in der Schulentwicklung bleibt die Einrichtung eines gymnasialen Angebotes in Dinklage. Die Stadt Dinklage hat und muss ein Interesse daran haben, das gesamte Spektrum schulischen Lernen vor Ort den Familien anbieten zu können. Immer mehr Dinklager Eltern melden ihre Kinder bei den kleineren privaten Gymnasien in Vechta an, um so das besonders für jüngere Schülerinnen und Schüler unübersichtliches Mammutgymnasium in Lohne zu umgehen. Bisher verhindert die CDU-Fraktion im Kreistag die Einrichtung eines Gymnasiums in Dinklage. Pädagogische Argumente finden bei den konservativen Politikern kein Gehör. Auch die hiesige CDU kann ihren Einfluss nicht geltend machen.
Bei zunehmend ansteigenden Schülerzahlen auf den Gymnasien muss der Landkreis als Schulträger reagieren. Für ein weiteres Gymnasium im Landkreis kann nur der Standort Dinklage in Betracht kommen. Nach Willen der SPD gäbe es schon ein Gymnasium in Dinklage. Die SPD-Fraktion hat sich klar positioniert und die Einrichtung beantragt.
