Straßenbeleuchtung - Eine erste Bilanz
Eine erste Bilanz zu den Energieeinsparungen durch die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in der Stadt Dinklage
Seit langem fordert die SPD und seit Eintritt des Bürgerforums auch dieses ein Energiekonzept für die Stadt Dinklage. Teil dieser Forderungen betraf auch die Erneuerung der Straßenbeleuchtung. In den Jahren 2007 und 2008, also über insgesamt nahezu 2 Jahre, wurden verschiedenste, in Frage kommende Technologien für diese Maßnahme in den Gremien der Stadt beraten.
Nach Beschluss des Rates, d.h. der CDU-Fraktion mit Gegenstimmen der Oppositionsparteien, fiel die Entscheidung zu Gunsten der Realisierung der Cosmopolis-Variante. Eine erste Kosten-Nutzen-Analyse dieser Energiesparmaßnahme erfolgte auf Nachfrage der SPD-Fraktion in der Ratssitzung vom 16.12.2009 in der Bauausschusssitzung am 26.01.2010 auf der Grundlage der durch die Stadt ermittelten bzw. vorgelegten und nachfolgend zusammengefassten Daten.
Ausgangssituation vor der Umrüstung
Verbrauch in 2008 rd. 532.000 kWh
COSMOPOLIS – Beleuchtung von der CDU beschlossen)
Verbrauch in 2009 rd. 321.000 kWh (davon ab Februar 10 Monate nach Abschluss der Umrüstung)
Einsparung für 10 Monate rd. 195.000 kWh, d.h. rd. 24.400 €
Einsparung für 12 Monate rd. 234.000 kWh, d.h. rd. 24.800 € (hochgerechnet; rd. 45 %)
Investition 320.000 €
Amortisation nach rd. 12-13 Jahren (ohne Berücksichtigung der Zinsbelastung durch aufgenommene Kredite)
NAV – Beleuchtung (von der Opposition befürwortet)
Einsparung für 12 Monate rd. 206.400 kWh, d.h. rd. 21.800 € (hochgerechnet, rd. 40 %)
Investition rd. 80.000 €
Amortisation nach rd. 3-4 Jahren (ohne Berücksichtigung der Zinsbelastung durch aufgenommene Kredite)
Im Ergebnis ist festzuhalten:
Es handelt sich um eine Fehlinvestition zu Lasten der Stadt durch Beschluss der CDU-Fraktion im Dinklager Stadtrat über rd. 240.000,- € mit Belastungen für insgesamt rd. 13 Jahre und damit rd. 9,5 Jahre länger als bei der NAV-Variante
Die Auftragsvergabe erfolgte an die Firma Tepe und im Wesentlichen mit der Begründung, innovative Techniken mit kurzer Amortisation, höheren Einsparungen (rd. 5% mehr gegenüber NAV) und der Abneigung gegen gelbes Licht!!!
Zur Klarstellung:
NAV Beleuchtungen sind zwar ab 2015 seitens der EU nicht mehr zulässig, Ersatzleuchtmittel bleiben jedoch erhältlich. Eine Umrüstung auf neue Technologien, z.B. LED Beleuchtung, ist technisch ohne Komplikationen ab dem 4.ten Jahr, ab 2013, für die Finanzen der Stadt unschädlich und damit denkbar. Mit der Cosmopolis-Beleuchtung rechnet sich eine fortschrittliche Anpassung erst wieder ab dem Jahr 2023 (ggf. früher bei steigenden Energiekosten, jedoch ohne Berücksichtigung der Kreditbelastung, die den Gewinn / die Einsparung wiederum mindert).
Strassenbeleuchtung
Sie haben aufmerksam gelesen und anschließend zu diesem Thema bis zum 31.01.2008 abgestimmt. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:
Abgegeben wurden insgesamt
286 Stimmen. Davon haben sich
245 für eine NAV-Beleuchtung und
31 für die Cosmopolis-Variante entschieden.
Kritiker werden hierzu die Repräsentanz der Abstimmung bezweifeln. Die SPD hingegen sagt hierzu, dass der politisch Interessierte hier sein Votum abgegeben hat und dies zumindest in der Entscheidungsfindung unter Beachtung der Haushaltssituation berücksichtigt werden sollte!
"Seit Jahren fordert die SPD ein schlüssiges Energiekonzept für die Stadt Dinklage. Es ist
Zeit, endlich zu handeln, anstatt endlos zu debattieren.", so die Fraktion nochmals Anfang 2007.
Ein Teil dieses Konzeptes ist auch die Umrüstung auf Energiesparlampen für die Straßenbeleuchtung. Dieses ist ein bekanntes und mittlerweile auch politisches und nicht mehr sachlichen Argumenten gegenüber offenes Thema.
Angesichts dramatisch steigender Energiekosten und dem zunehmenden Umweltbewusstsein ist eine weitere Verzögerung nicht mehr zu nachzuvollziehen. Dennoch muss an dieser Stelle noch einmal klargestellt werden, dass nunmehr durch die Mehrheitsfraktion des Stadtrates eine wesentlich teurere und noch unausgereifte Variante allein wegen des Lichtes - gelb oder weiß - ausgewählt wurde.
Umrüstung auf NAV-Leuchtmittel
- gelbweißes Licht
- Ca. 40 bis 50% der Energiekosten in Höhe von 70.000 € können eingespart werden.
- Die Lampen selber bleiben weitgehend erhalten.
- Kosten nach Kostenschätzung rd. 60 - 80 Tsd. Euro
- Amortisation nach ca. 3 Jahren
(Aussagen von 2 der 3 in den Bauauschuß geladenen Fachbüros; ein Büro erschien nicht)
Umrüstung auf Cosmo-Polis-Leuchtmittel
- hell weißes Licht
- Ca. 50% der Energiekosten in Höhe von 70.000 € können eingespart werden.
- Die Lampen werden größtenteils ebenfalls erneuert.
- Kosten nach Berechnung des mit der Planung beauftragten Büros rd. 290 Tsd. Euro.
(Büro ebenfalls zum ersten Termin geladen, jedoch nicht erschienen, dennoch beauftragt; bevorzugt Cosmo-Polis)
- Amortisation nach ca. 6 - 8 Jahren
Mit der ersten Variante wäre der Haushaltskasse und dem Umweltschutz effektiv, kurzfristig und kostengünstig geholfen. Darüber hinaus ist bereits heute absehbar, dass wir in Kürze, aufgrund fortschreitender technischer Entwicklungen, ohnehin über andere alternative Energiesparmaßnahmen, beispielsweise LED- oder sogar OLED-Leuchtmittel, nachdenken müssen. Eine heute überteuerte und scheinbar unsinnige Lösung scheint vor diesem Hintergrund absolut widersinnig. Sie ist weder langfristig noch nachhaltig. Im Gegenteil, hier scheint recht kurzsichtig und nur aufgrund der Lichtfarbe, die nachweislich keine Auswirkungen auf die Wahrnehmung hat, politisch und konservativ (starr, und wenig aufgeschlossen) entschieden zu werden.